Monheim Alter Markt

DIE WIEDERENTDECKUNG DER ALTSTADT

Alter Markt in Monheim am Rhein

PROJEKT ALTER MARKT ORT MONHEIM AM RHEIN AUFTRAGGEBER STADT MONHEIM LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN PLANUNG 2015 BIS 2017 REALISIERUNG 2016 BIS 2018

Lageplan © PlanergruppeVisualisierung Insel © PlanergruppeDetail Stadtsofa © Planergruppe

Der Alte Markt war in der mittelalterlichen Stadt der zentrale Platz. Mit zahlreichen historischen Gebäuden, den großen alten Linden, dem Marktbrunnen und dem Gerichtskreuz hat er das Potential zu einem attraktiven Altstadtplatz. Die Relikte der Befestigungsanlage zusammen mit dem Zollhaus und den mittelalterlichen Gassen wie der Freiheit und der Zollstraße verstärken den historischen Charakter dieses Stadtraums. Ein besonderes Potential ist zudem seine Lage an der Höhenkante von der Stadt zur Landschaft. Der Marktplatz liegt ca. 3m höher als die Kapellenstraße und erlaubt damit einen großartigen Ausblick in die Rheinaue. Die historische Bedeutung des Alten Marktes und das Potential des Landschaftsbezuges stehen für uns darum zentral bei der Neugestaltung des Platzes.
Die Neuinterpretation des Platzes bezieht sich auf den historischen Stadtgrundriss, in dem der heutige Marktplatz aus einem Dreiecksplatz im östlichen und einer Gasse im westlichen Teil bestand. Mit dem Ausbilden einer Bauminsel wird der gestalterische Schwerpunkt auf diesen östlichen und topographisch höher gelegenen Teil gelegt. Die Insel gibt dem Platz eine Mitte, bietet eine großzügige Aufenthaltsfläche und nimmt die vorhandenen Elemente auf. Die Insel erhält eine breite Einfassung aus Naturstein, der schöne Rahmen veredelt den besonderen Ort. In der wassergebundenen Decke werden die bestehenden Linden integriert, die Insel wird ohne störende Einbauten für die Außengastronomie nutzbar.
Im Westen bildet ein auf die Höhe des Brunnenplatzes gehobenes Plateau das Pendant zur Insel. Unter drei neu gepflanzten Linden entsteht eine offene, freundliche Fläche für die Außengastronomie. Der Höhenunterscheid von diesem Plateau zum stetig abfallen Platz wird mit drei verschleppenden Stufen ausgeglichen, auf denen ein „Stadtsofa“ installiert wird, das den Ausblick sowohl auf den Brunnen als auch in die Aue ermöglicht. Das Stadtmodell für die Altstadt findet hier seinen Platz.

Verkehr
Zur Reduzierung der Verkehrsflächen schlagen wir eine Verkehrsführung an der Nordseite des Platzes vor, mit einer Reduktion auf Einbahnverkehr im letzten Abschnitt der Turmstraße. Die entstehende verkehrsfreie Platzfläche dient als Aufenthaltsfläche und für Außengastronomie der ansässigen Gaststätten. Stellplätze sind auf dem Alten Markt nicht angemessen, die historische Situation sollte frei von ruhendem Verkehr bleiben.

Beleuchtungskonzept
Eine Reihe aus sieben Mastleuchten mit behutsam modernem Charakter spendet die nötige Ausleuchtung. Darüber hinaus werden atmosphärische Akzente gesetzt: Der Brunnen und das Gerichtskreuz werden ebenso wie die alten Linden, die alte Befestigungsmauer und das alte Rathaus mit Bodeneinbaustrahlern beleuchtet.

Materialität
Der Platz wird in allen Bereichen einheitlich mit Naturstein befestigt. Ein Basalt als Binderstein im länglichen Format wird in verschiedenen Verbänden verwendet, diese bringen ein abwechslungsreiches Spiel in die Oberflächen, und tragen den unterschiedlichen Verkehrsbelastungen Rechnung.  Die Einfassung der Bauminsel und die Stufen werden in einem grauen Granit gefertigt. Die Initiative der Bürger, den ursprünglichen Brunnen an seinem alten Standort zu rekonstruieren wird begrüßt. Der Brunnen wird anstelle des Gerichtskreuzes in die neue Platzgestaltung integriert.

Längsschnitt Alter Markt © PlanergruppeBeleuchtungsplanung © Planergruppe