Zollverein Park

DER ZOLLVEREIN PARK – EIN PARK ENTSTEHT

Freianlagen des UNESCO Welterbes Zollverein in Essen

Südlicher Gleisboulevard, Vorgarten der Kohlenwäsche © Thomas Mayer, 2014Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008PG_ZollvPark_154
PROJEKT ZOLLVEREIN PARK – FREIANLAGEN DES UNESCO WELTERBES ZOLLVEREIN ORT ESSEN BAUHERR 2005 BIS 2014 NRW.URBAN GMBH, DORTMUND TREUHÄNDERISCH FÜR DIE STIFTUNG ZOLLVEREIN, ESSEN; SEIT 2015 STIFTUNG ZOLLVEREIN, ESSEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN WEITERE PLANER IM TEAM OBSERVATORIUM, ROTTERDAM (KUNST), F1RSTDESIGN, KÖLN (ORIENTIERUNGSSYSTEM), LICHT KUNST LICHT, BONN (BELEUCHTUNGSKONZEPT) PLANUNG SEIT 2005 REALISIERUNG 1. BA 2005 BIS 2006; 2. BA 2007 BIS 2009; 3. BA 2010 BIS 2014 FLÄCHE CA. 80HA GESCHICHTE 1986 – GUTACHTEN ZUR UMNUTZUNG DER ZECHENSTANDORTE ZOLLVEREINS IM STADTRÄUMLICHEN GESAMTZUSAMMENHANG DES ESSENER NORDENS (PLANERGRUPPE); 1990ER JAHRE – ANPASSUNG VON TEILEN DER FREIRÄUMLICHEN INFRASTRUKTUR IM RAHMEN DER UMNUTZUNG UND SANIERUNG (PLANERGRUPPE MIT ARCHITEKTURBÜRO HEINRICH BÖLL); 1994 – ÖFFNUNG DER ABSETZBECKEN AUF DER HALDE BEI SCHACHT XII, SKULPTURENWALD (PLANERGRUPPE MIT ULRICH RÜCKRIEM); 2002 MASTERPLAN ZOLLVEREIN (OMA, REM KOOLHAAS); 2003 MASTERPLAN INDUSTRIELANDSCHAFT ZOLLVEREIN (AGENCE TER, HENRI BAVA); 2005 – EUROPAWEITES VOF-VERFAHREN ZUR REALISIERUNG DES ZOLLVEREIN PARKS, GEWINNER PLANERGRUPPE OBERHAUSEN MIT OBSERVATORIUM, F1RSTDESIGN UND LICHT KUNST LICHT FOTOS THOMAS MAYER, CLAUDIA DREYSSE BESONDERES AUSGEZEICHNET MIT DEM 2. PREIS BEIM EUROPEAN AWARD FOR ECOLOGICAL GARDENING 2015; NOMINIERT FÜR DEN DEUTSCHEN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR PREIS 2017 BUCH ZOLLVEREIN PARK. STAUB, STILLE UND SPEKTAKEL, MÄRZ 2017, VERLAG DER BUCHHANDLUNG WALTHER KÖNIG

„Es gibt Landschaften, die hat man vergessen. Sie sind irgendwo liegengeblieben, niemand kümmert sich um sie. Zu finden sind sie überall; draußen auf dem Land und in den Städten. Es sind vergessene Niemandsländer. Das Leben der Tiere und Pflanzen bleibt hier eher im Verborgenen. „Normale Menschen“ sind selten anzutreffen; vielleicht ein paar Kinder und Jugendliche, die vom behüteten Zuhause Reißaus nehmen. Und ein paar, nennen wir sie „skurrile Insider“, die diese vergessenen Landschaften wie ungehobene Schätze betrachten.
Das Areal der Absetzbecken der ehemaligen Zeche Zollverein, der heutige „Skulpturenwald“, ist solch eine Landschaft: abseits, schwer erreichbar, eingemauert und mit Zäunen abgesichert. Für den „skurrilen Insider“ ist es ein Park, ein vielgestaltiger Freiraum im unmittelbaren Umfeld eines außergewöhnlichen Industriedenkmals. Ein Park mit lichten Wäldern, dunklen Gebüschen, Wasserflächen und offenen, weiten Räumen, die den Blick aus den baumbeschatteten Wegen freigeben.
Der Park ist im Laufe weniger Jahre inmitten von Zechen und Kokereien entstanden, fast von allein. Zugegeben: Baggerfahrer haben Kohleschlammbecken ausgebaggert, Böschungen wurden planiert und Halden aufgekippt; Rohrleitungen wurden verlegt, Stahlgittermasten montiert, Kühltürme errichtet und Schlote empor gemauert, Bahndämme geschüttet und Gleise verlegt. Landschaftsarchitekten mit ihren Gärtnerkolonnen waren nicht dabei. Trotzdem – oder deshalb? – ist alles so prächtig und auch so fremd.“

So war unsere Sicht auf den Zollverein Park 1994, als es den Zollverein Park noch gar nicht gab, als aber damit begonnen wurde, den Schatz zu heben. Der Park wurde zugänglich gemacht. Auf schmalen Wegen konnte man ihn nun erlaufen. Vertraute Elemente – Brücken, Treppen, Wege – führten jetzt zu einigen Skulpturen, erschlossen neue Landschaften. Ulrich Rückriem hat archaische Granitskulpturen in besonderen Situationen platziert. Hinweise auf besonders spannungsreiche Landschaftsbilder. Das Niemandsland durfte betreten werden, seine Besucher machten es zum Park.

In der Folge dieser ersten Intervention nahm das Areal der Zeche und Kokerei Zollverein eine rasante Entwicklung. Hallen wurden saniert, neues Leben zog ein, Masterpläne wurden erstellt, Ideen entwickelt, Gelder bereitgestellt. Zollverein wurde Welterbe und Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet.
Das Konzept, mit dem wir 2005 in den Realisierungswettbewerb für den Zollverein Park gingen, verknüpft diese zwei Sichtweisen auf den Park: die vorsichtige Akzentuierung der vorhandenen Eigenheiten und Qualitäten einer vergessenen Landschaft und die notwendige Bereitstellung neuer, vielgestaltiger und robuster Infrastrukturen für neue Aktivitäten auf Zollverein.

Unser Umgang mit Zollverein basiert auf einigen Grundsätzen: Betonung des architektonischen Ensembles, Zurückhaltung in der Landschaftsarchitektur, Reduzierung der Elemente

und Materialien, Respekt vor dem Bestehenden, Bewahrung des industriellen Ursprungs, Aneignung des Raumes durch die Besucher, Sichtbar- und Erlebbarmachung der Transformation vom hermetisch abgeriegelten Industrieareal zum öffentlichen touristischen Highlight. Der Zollverein Park, der sich auf industriell geprägtem Terrain entwickelt hat und der durch behutsames Hinzufügen und Ordnen seinen Ursprung nicht verleugnet, erhält sein Alleinstellungsmerkmal durch das kontrastreiche Spiel zwischen den klaren, einfachen Formen und Strukturen der Industriearchitektur und der Vielfalt der spontanen Vegetation. Die Form und das äußere Erscheinungsbild des Parks wird durch eine planvolle und kontinuierliche Pflege entwickelt.

Das langfristig angelegte Konzept der Entwicklung durch Pflege geht einher mit der schrittweisen Realisierung der Bausteine des Parks. So entsteht über einen vergleichsweise langen Zeitraum ein Park, der aus der verbotenen Zone einen aneignungsbereiten Ort formuliert. Es geht nicht darum, eine museale Industrielandschaft festzuschreiben, das Konzept komponiert einen Landschaftsraum aus den bereits vorhandenen Elementen, bezieht dabei die historischen und aktuellen Entwicklungen und Zeichen bewusst und glaubwürdig ein und bietet für zukünftige Entwicklungen und Nutzungen eine Oberfläche und einen Raum. Diese sind vielschichtig interpretierbar und bieten eine pragmatische Dysfunktionalität.

Gesamtplan Zollverein Park/ UNESCO Welterbe Zollverein © Planergruppe, 2016Wiesen im Umfeld des Sanaa-Gebäudes © Claudia Dreyße, 2014Schaukeln am Mannschaftsgang © Claudia Dreyße, 2014PG_ZollvPark_103

Willkommen im Zollverein Park – Die Pavillons

Der Pavillon am Parkplatz A2 © Claudia Dreyße, 2014Pförtnerinnen und Pförtner empfangen die Besucher im Zollverein Park © Claudia Dreyße, 2014Der Pavillon an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014Aussicht Richtung Westerbruch © Claudia Dreyße, 2014Blick von der Treppe auf die Löschgleishalle © Claudia Dreyße, 2014Der Picknickpavillon im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2014PG_ZollvPark_104

Der Gleisboulevard

Der Hain im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2013Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008Der Platz im Gleisboulevard vor der Kulisse von Schacht XII © Thomas Mayer, 2006Südlicher Gleisboulevard, Vorgarten der Kohlenwäsche © Thomas Mayer, 2014Der lichte Birkenhain über dem linearen Muster der Gleiswege © Claudia Dreyße, 2013Prellbock im Platz im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2014Verwunschene Pfade im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2014Selektiv gepflegte Vegetation im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2014Extensiv gepflegte Bereiche im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2014

Die Ringpromenade

Die Ringpromenade nördlich der Kokerei © Claudia Dreyße, 2013Die Ringpromenade bei Schacht XII © Claudia Dreyße, 2014Die Ringpromenade bei Schacht 1/2/8 © Thomas Mayer, 2014Reduzierte Ringpromenade in der Nähe des Ehrenhofs © Claudia Dreyße, 2014Ringpromenade im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2014In der Abenddämmerung weist die Promenade den Weg © Claudia Dreyße, 2014Die Promenade setzt das Baudenkmal in Szene © Claudia Dreyße, 2013Die Ringpromenade im jungen Industriewald © Claudia Dreyße, 2014Das Denkmal ist immer präsent © Claudia Dreyße, 2014

Der Skulpturenwald

Weiher in den ehemaligen Absetzbecken im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2014Spaziergänger im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2013Skulptur Castell, Ulrich Rückriem © Claudia Dreyße, 2013Blick aus dem Skulpturenwald zum Schacht XII © Claudia Dreyße, 2013Die vergessene Landschaft © Thomas Mayer, 2014

Die Brücke 4 und der Wiegeturm

Die neue Aussichtsplattform auf der Brücke 4 © Claudia Dreyße, 2014Blick zum Portalkratzer © Claudia Dreyße, 2014Die neue Plattform liegt auf der sanierten Kohlenschütte © Claudia Dreyße, 2014Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014 Das neu gestaltete Umfeld am Wiegeturm © Claudia Dreyße, 2014Ersatzgewässer für die Kreuzkröte © Claudia Dreyße, 2014

Das Umfeld der Mischanlage

Der neue Bolzplatz an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014Der Spielplatz an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014Großzügige Holzplateaus auf dem Löschgleis © Claudia Dreyße, 2014Das grundsanierte Werksschwimmbad der Künstler Dirk Paschke und Daniel Milhonic © Claudia Dreyße, 2014Der grundsanierte Wasserspiegel vor der Koksofenbatterie © Claudia Dreyße, 2014