Baldeneysee

LANDSCHAFT(S)SCHICHTEN

Wettbewerb zur Regattastrecke am Baldeneysee in Essen

PROJEKT NEUGESTALTUNG DES REGATTABEREICHS AM BALDENEYSEE ESSEN – STÄDTEBAULICHE, SPORTFACHLICHE, FREIRAUMPLANERISCHE UND VERKEHRLICHE MASTERPLANUNG MIT REALISIERUNGSENTWURF FÜR DIE REGATTATRIBÜNE ORT ESSEN AUSLOBER STADT ESSEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN ARCHITEKTEN BEHET BONDZIO LIN ARCHTEKTEN, MÜNSTER UND SHA SCHEFFLER HELBICH ARCHITEKTEN, DORTMUND PLANUNG APRIL BIS JULI 2019 FLÄCHE CA. 3,5 HA PLATZIERUNG ANERKENNUNG

Blick auf den Regattaturm und die neue Tribüne

MASTERPLAN/ INTENTION
Die Schaffung einer neuen Landschaft, von der aus der Baldeneysee erlebt wird – so lautet das übergeordnete Leitbild für den Masterplan. Eine neue ‚landschaftlich gestaltete Topografie‘ verknüpft die Gebäude und den Außenraum miteinander. Das flächenverbrauchende Parken wird von einer ‚Erlebnislandschaft‘, einem multifunktional nutzbaren Freiraum mit ergänzendem Sport-, Spiel- und Erholungsprogramm überdeckelt und so ‚ausgeblendet‘. Die unterschiedlichen funktionalen Anforderungen an den Ort werden eng miteinander verknüpft.

Von der neuen Erlebnislandschaft aus wird die Tribüne nach unten zum Wasser gefaltet. Tribüne, Eingangsgebäude, Ruderleistungszentrum und die Erlebnislandschaft werden in der finalen Ausbaustufe zu einer multifunktionalen Einheit. Der See ist von überall aus ungehindert erlebbar.

Mit den weiteren neuen Hochbauten – Olympiastützpunkt, Ankerschuppen, Ersatzflächen und Übernachtungsmöglichkeiten – wird das bestehende Regattahaus in die Logik der vorgeschlagenen Struktur eingebunden.

ENTWURF
Im Kreuzungsbereich der Freiherr-vom-Stein-Straße mit der Zufahrt zum See wird ein großzügiger, sich zum Wasser aufweitender „Seeplatz“ geschaffen, der die Blicke unverstellt zum Wasser lenkt. Der Regattaturm wird in Szene gesetzt. Die Wege zum Ufer werden entflochten und insbesondere hinsichtlich der Barrierefreiheit verbessert.

Der ruhende Verkehr wird mit 300 Stellplätzen vollständig unter der neuen Erlebnislandschaft untergebracht. Für Wohnmobile, Fahrzeuge mit Anhängern oder zum Abstellen von Bootstrailern werden temporäre Stellplätze in den begrünten Bereichen zwischen Tribüne und Regattahaus angeboten.

Die Erlebnislandschaft – das Dach des Parkhauses – ist multifunktional nutzbar. Eine große, mit Schotterrasen begrünte Festwiese kann bei Veranstaltungen für temporäre Gastronomie, als Aufstellort für eine Bühne oder für Verkaufsstände genutzt werden. Bei Bedarf wird hier auch gezeltet. Ein Multifunktions-Sportfeld und Angebote für Beachvolleyball und Aufenthalt dienen als Freizeitangebot für die angereisten Sportler wie für Erholung suchende Essener.

Die neue Tribüne rückt gegenüber der bestehenden zurück, es entsteht eine großzügige, acht Meter breite Promenade, die durch den Regattaturm mit seinen auskragenden Obergeschossen imposant flankiert wird. Die Enden der Tribüne werden in Sitzstufen aufgelöst. Hier entstehen Aufenthaltsbereiche mit Blick auf den Seeplatz und die Freizeitzone mit Boule und Slacklines sowie der dahinterliegenden Sportzone am Regattahaus.

Auf sieben, parallel zum Wasser ausgerichteten Sitzreihen finden 1.800 Zuschauer Platz. Rollstuhlplätze befinden sich ganz oben, erreichbar über den barrierefreien Zugang des Parkdecks. Die Aufgänge zur Tribüne sind von Mauerscheiben flankiert. Die Ansichtsflächen werden mittels Betonprint mit einem Foto gestaltet, das sich in dem Betrachter von See aus erschließt. Die Auswahl des Bildes erfolgt unter Beteiligung der Essener Bevölkerung, z.B. mit Hilfe eines Onlineverfahrens. Es könnte berühmte Essener Sportler oder Motive aus der Geschichte des Baldeneysees zeigen. Weitere Sitzplätze finden sich in der Uferzone zwischen Promenade und Wasser. Dieser ganztägig besonnte, unmittelbar am Wasser liegende Bereich wird als attraktive Aufenthaltszone gestaltet. Treppen, Sitzstufen, Holzdecks zum Liegen und Sitzen sowie integrierte begrünte Bereiche wechseln sich kleinräumig ab und erlauben den Zugang zu den davor liegenden Stegen. Das Siegerpodest wird mittig in die Terrassierung integriert.

Landschaftliche Einbindung, M 1:1000Lageplan, M 1:500Vertiefungsbereich Tribüne, M 1:200GrundrisseAnsichten, SchnitteNeubau Gastronomie