Boeckstiegel Museum

URSPRÜNGLICH – ERDVERBUNDEN – HANDWERKLICH

Das Umfeld des neuen Museums Peter August Böckstiegel in Werther

Das Motiv der Streuobstwiese © Claudia Dreyße, 2019Treppenaufgang zum Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019Treppenaufgang zum Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019PROJEKT NEUBAU DES MUSEUMS PETER AUGUST BÖCKSTIEGEL ORT WERTHER AUFTRAGGEBER PETER-AUGUST-BÖCKSTIEGEL-STIFTUNG LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN ARCHITEKTEN HABERMANN DECKER ARCHTEKTEN, LEMGO PLANUNG 2015 BIS 2018 REALISIERUNG 2018 FLÄCHE 1.100QM FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Ursprünglichkeit und die Einfachheit des bäuerlichen Lebens in seiner Heimat haben den Maler Peter August Böckstiegel (1889–1951) stark geprägt. Diese Bodenständigkeit und das Erdverbundene finden Ausdruck in seinen Werken. So wird das bäuerliche Umfeld seines Eltern- und späteren Wohnhauses immer wieder zum Motiv für seine Malerei.

Diesem Ansatz folgt die Konzeption des Freiraums, der den Museumsneubau in das Umfeld des ehemaligen Wohnhauses integriert. Wir nehmen die vorhandenen, bäuerlich anmutenden Strukturen auf und stärken sie in ihrer einfachen Klarheit.

In dem Motiv der Streuobstwiese finden sich der Wechsel von hoher und geschnittener Feldflur und schließlich die im Raster stehenden Korngaben wieder. Das Neue legt sich vorsichtig über diese Basis und wird so ablesbar.

Die Materialien und Formen der Rasenwege und Ortbetonflächen mit Besenstrichoberfläche sind auf das Einfache reduziert und lassen den Herstellungsprozess erkennen. Die ursprüngliche Handwerklichkeit ist das Gestaltungsprinzip.

Die Wege zum und am Museum liegen als neue Schicht auf dem Gelände auf. Horizontale Ebenen schweben über dem geneigten Wiesenhang. Die Nutzflächen am Gebäude sind aus der Geometrie des Daches entwickelt. Als „Splitter“ liegen sie losgelöst vom Museum in der Wiese.

Die Obstbäume stellen den heutigen produktiven Landschaftsaspekt dar. Aus dem Bestand heraus haben wir ein unregelmäßiges Raster entwickelt und durch Neupflanzungen ergänzt. So knüpft das Raster der Obstbäume an das Motiv der aufgereihten Korngarben an.

Es bildet zudem die Grundlage für wechselnde Mähbilder, die der Nutzung angepasst werden. So werden z.B. die Baumachsen freigestellt oder für Veranstaltungen kleine Lichtungen gemäht. Die Blickbeziehung zwischen Böckstiegelhaus und dem neuen Museum wurde durch das Entfernen einzelner, unpassender Ziergehölze hergestellt.

Durch die Obstwiese führt ein gemähter, mit feinem Schotter stabilisierter Weg, der an ausgesuchten Blickpunkten einfache Anlässe zum Aufenthalt bietet. Blickbeziehungen zum Böckstiegelhaus, in und durch den angrenzenden Wald, entlang des Waldsaums – Bildmotive Peter August Böckstiegels – werden nachvollziehbar. An den Weg angebunden findet sich ein „grünes Klassenzimmer“ für die Museumspädagogik mit Blick auf das Geburtshaus.

Hauptzugang von der Schloßstraße © Claudia Dreyße, 2019Lageplan © Planergruppe, 2019Terrasse und "Splitter" in der Wiese © Claudia Dreyße, 2019Innen-/ Außen-Bezug © Claudia Dreyße, 2019Beziehung zwischen Neubau und Geburtshaus © Claudia Dreyße, 2019Zurückhaltend und einfach © Claudia Dreyße, 2019Handwerkliche Flächen über dem Wiesenhang © Claudia Dreyße, 2019Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019Splittweg durch die Streuobstwiese © Claudia Dreyße, 2019Blick aus der Wiese zum Museum © Claudia Dreyße, 2019Blick aus der Wiese zum Museum © Claudia Dreyße, 2019