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Boeckstiegel Museum

URSPRÜNGLICH – ERDVERBUNDEN – HANDWERKLICH

Das Umfeld des neuen Museums Peter August Böckstiegel in Werther

Das Motiv der Streuobstwiese © Claudia Dreyße, 2019Treppenaufgang zum Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019Treppenaufgang zum Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019PROJEKT NEUBAU DES MUSEUMS PETER AUGUST BÖCKSTIEGEL ORT WERTHER AUFTRAGGEBER PETER-AUGUST-BÖCKSTIEGEL-STIFTUNG LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN ARCHITEKTEN HABERMANN DECKER ARCHTEKTEN, LEMGO PLANUNG 2015 BIS 2018 REALISIERUNG 2018 FLÄCHE 1.100QM FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Ursprünglichkeit und die Einfachheit des bäuerlichen Lebens in seiner Heimat haben den Maler Peter August Böckstiegel (1889–1951) stark geprägt. Diese Bodenständigkeit und das Erdverbundene finden Ausdruck in seinen Werken. So wird das bäuerliche Umfeld seines Eltern- und späteren Wohnhauses immer wieder zum Motiv für seine Malerei.

Diesem Ansatz folgt die Konzeption des Freiraums, der den Museumsneubau in das Umfeld des ehemaligen Wohnhauses integriert. Wir nehmen die vorhandenen, bäuerlich anmutenden Strukturen auf und stärken sie in ihrer einfachen Klarheit.

In dem Motiv der Streuobstwiese finden sich der Wechsel von hoher und geschnittener Feldflur und schließlich die im Raster stehenden Korngarben wieder. Das Neue legt sich vorsichtig über diese Basis und wird so ablesbar.

Die Materialien und Formen der Rasenwege und Ortbetonflächen mit Besenstrichoberfläche sind auf das Einfache reduziert und lassen den Herstellungsprozess erkennen. Die ursprüngliche Handwerklichkeit ist das Gestaltungsprinzip.

Die Wege zum und am Museum liegen als neue Schicht auf dem Gelände auf. Horizontale Ebenen schweben über dem geneigten Wiesenhang. Die Nutzflächen am Gebäude sind aus der Geometrie des Daches entwickelt. Als „Splitter“ liegen sie losgelöst vom Museum in der Wiese.

Die Obstbäume stellen den heutigen produktiven Landschaftsaspekt dar. Aus dem Bestand heraus haben wir ein unregelmäßiges Raster entwickelt und durch Neupflanzungen ergänzt. So knüpft das Raster der Obstbäume an das Motiv der aufgereihten Korngarben an.

Es bildet zudem die Grundlage für wechselnde Mähbilder, die der Nutzung angepasst werden. So werden z.B. die Baumachsen freigestellt oder für Veranstaltungen kleine Lichtungen gemäht. Die Blickbeziehung zwischen Böckstiegelhaus und dem neuen Museum wurde durch das Entfernen einzelner, unpassender Ziergehölze hergestellt.

Durch die Obstwiese führt ein gemähter, mit feinem Schotter stabilisierter Weg, der an ausgesuchten Blickpunkten einfache Anlässe zum Aufenthalt bietet. Blickbeziehungen zum Böckstiegelhaus, in und durch den angrenzenden Wald, entlang des Waldsaums – Bildmotive Peter August Böckstiegels – werden nachvollziehbar. An den Weg angebunden findet sich ein „grünes Klassenzimmer“ für die Museumspädagogik mit Blick auf das Geburtshaus.

Hauptzugang von der Schloßstraße © Claudia Dreyße, 2019Lageplan © Planergruppe, 2019Terrasse und "Splitter" in der Wiese © Claudia Dreyße, 2019Innen-/ Außen-Bezug © Claudia Dreyße, 2019Beziehung zwischen Neubau und Geburtshaus © Claudia Dreyße, 2019Zurückhaltend und einfach © Claudia Dreyße, 2019Handwerkliche Flächen über dem Wiesenhang © Claudia Dreyße, 2019Haupteingang © Claudia Dreyße, 2019Splittweg durch die Streuobstwiese © Claudia Dreyße, 2019Blick aus der Wiese zum Museum © Claudia Dreyße, 2019Blick aus der Wiese zum Museum © Claudia Dreyße, 2019

Lennestadt-Meggen

SCHATZSUCHE – WEGE DER KOSTBARKEITEN

Berg und Tal in Lennestadt-Meggen

Auf dem Plateau am Siciliaschacht © Claudia Dreyße, 2019
PROJEKT NEUGESTALTUNG BAHNHOF – LENNEUFER – SICILIASCHACHT ORT LENNESTADT MEGGEN AUFTRAGGEBER STADT LENNESTADT LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN WETTBEWERB PLANUNGSWERKSTATT 2013, 1. PREIS PLANUNG 2013 BIS 2015 REALISIERUNG 2014 BIS 2017 FLÄCHE CA. 2 HA FOTOS CLAUDIA DREYSSE

BERG UND TAL
Die Siedlungsentwicklung an der Lenne ist durch die besondere Topographie des Sauerlands geprägt. Der sehr präsente Dialog von Berg und Tal wird in Lennestadt akzentuiert durch die Bergbaugeschichte. Die Blickbeziehungen vom Plateau zur Mitte und zu den Schätzen des Ortes machen in Lennestadt-Meggen den besonderen Reiz aus. Sie gilt es herauszuarbeiten.
Topographie und „kostbare Unterwelt“ wirken hier am Ort zusammen. Die Schatzsuche am Berghang lässt Kunstlandschaften entdecken, die in ihrer harten Gestalt an die faszinierenden Kristallstrukturen unter Tage erinnern. Oben auf dem Schachtplateau wird der Besucher in die komplexe Bergbauvergangenheit entführt, aber gleichzeitig mit einer mysteriös esoterischen Zukunft konfrontiert, symbolisiert durch die weithin sichtbaren Pyramiden.
Der Talraum ist vom Wasser des gewundenen Laufs der Lenne geprägt, aber auch von künstlichen Gewässern wie den ehemaligen Klärbecken der Bergbauvergangenheit. Die Spurensuche im Tal fördert neben dem Wassererlebnis baukulturelle Schätze hervor, die zum einen von der vorindustriellen Zeit zeugen, zum anderen die dynamische Siedlungsentwicklung in den Hochzeiten des Bergbaus in Erinnerung rufen.

DIE RINGPROMENADE
Die Schätze des Ortes werden in ein Rundwegesystem eingebunden. Die Zusammenhänge der historischen Entwicklung werden lesbar und die zukünftige Entwicklung wird erlebbar. Die Lenne wird in das Rundwegesystem integriert.
Einstiege sind der Bahnhof, der neue Parkplatz an der Kirche, der überörtliche Fuß-Radweg der Lenneschiene und der Parkplatz auf dem Plateau des Siciliaschachtes. Das „Leitkristall“ – ein Symbol für die Schätze des Bergbaus und für innovative Technologien – leitet in Form von kristallin geformten, bündig eingelassenen Edelstahlknöpfen über die Ringpromenade zur Lenne und zum Bergplateau.

DAS LENNEUFER
Das Südufer der Lenne wird in Teilen zugänglich gemacht. Vom Edeka Parkplatz über die Sachtlebenstraße gelangt die Besucherin schließlich zum Hanggarten. Das Nordufer bietet eine Wiese zum Lagern, zum Spielen, zum Beobachten und für den Kunstgenuss an. Ein breiter Gehweg an der Barbarastraße wird mit Bäumen und Vor- und Rücksprüngen zur Lenne-Promenade.

DER HANGGARTEN
Befreit von wuchernder Vegetation schieben sich Plateaus und Rampen übereinander. Steile Böschungen wechseln mit sanft geneigten Plateaus, verbunden durch Treppen, Rampen und Rutschen – der vorherrschende piranesische Eindruck wird verstärkt. Durch gezieltes Auslichten der Bäume werden die Sichtbeziehungen vom Schachtplateau und aus dem Hanggarten in den Ort wiederhergestellt.

DAS SICILIAPLATEAU
Das Plateau stellt die Krönung des Rundweges dar. Das Bergbaumuseum lockt mit all seinen Schätzen. Die Schachtachse schiebt sich mit einem „Balkon“ bis an die Hanggartenkante und bietet einen herrlichen Ausblick. Zum Pyramidenareal hin wird der Schachtplatz mit hochstämmigen Bäumen überstellt.

Lageplan – GesamtzusammenhangAuf dem Plateau am Siciliaschacht © Claudia Dreyße, 2019Auf dem Plateau am Siciliaschacht © Claudia Dreyße, 2019Bergbaumuseum Siciliaschacht © Claudia Dreyße, 2019Lageplan und Schnitt: Siciliaplateau und HanggartenDer Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Der Hanggarten © Claudia Dreyße, 2019Das Lenneufer © Claudia Dreyße, 2019Das Lenneufer © Claudia Dreyße, 2019Das Lenneufer © Claudia Dreyße, 2019

Lüdinghausen Stadtlandschaft

STADTLANDSCHAFT

Umsetzung der neuen Parkanlage im Zentrum von Lüdinghausen

PROJEKT LÜDINGHAUSEN STADTLANDSCHAFT ORT LÜDINGHAUSEN BAUHERR STADT LÜDINGHAUSEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN JKL – JUNKER + KOLLEGEN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, GEORGSMARIENHÜTTE (LPH 1 BIS 5); PLANERGRUPPE OBERHAUSEN (LPH 6 BIS 8) REALISIERUNG 2016 BIS 2020 (DREI BAUABSCHNITTE) FLÄCHE CA. 7 HA (1. + 2. BAUABSCHNITT) FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Kapitelweg; vorhandene Wege wurden zu Wiesenwegen zurückgebaut © Claudia Dreyße, 2018Steverdamm; Ertüchtigung und neues Mobiliar © Claudia Dreyße, 2018Hauptweg; die geschwungenen Wege folgen der sanften Topographie © Claudia Dreyße, 2018© Claudia Dreyße, 2019

In unmittelbarer Nähe zur historischen Altstadt Lüdinghausens – zwischen der Renaissanceburg Lüdinghausen und der Burg Vischering, dem Franziskanerinnen-Kloster und dem St. Antonius-Gymnasium – befindet sich in einer einzigartigen Wasserlandschaft aus zwei Gewässerarmen der Stever, ein offener Natur- und Kulturraum. Das Areal wurde in der jüngeren Geschichte überwiegend landwirtschaftlich genutzt. Es bietet heute aufgrund seiner Lage im Zentrum der Stadt ein großes Nutzungspotential.

Mit dem Regionale 2016-Projekt „WasserBurgenWelt“ wurde das Burgen–Wasser–Landschafts–Ensemble weiterentwickelt. Die Stadt Lüdinghausen will mit der neuen „StadtLandschaft“ die beiden Burgen durch eine Parkanlage verbinden und so ein attraktives Umfeld mit gestalterisch hochwertigen Wegeverbindungen zu schaffen.

Bei dem im Jahr 2014 durchgeführte Wettbewerbsverfahren wurde der Entwurf von JKL – Junker + Kollegen Landschaftsarchitektur mit dem 1. Preis ausgezeichnet. Nach dem Vorbild des klassischen Landschaftspark entwarf JKL einen weitläufigen Park mit selbstverständlicher Rauminszenierung.

2016 wurden wir von der Stadt Lüdinghausen mit den Leistungen der Leistungsphasen 6 bis 8 HOAI für die Realisierung der StadtLandschaft beauftragt. Der erste von drei Bauabschnitten wurde im März 2018 fertig gestellt. Ende 2019 wird die gesamte StadtLandschaft nach den Plänen von JKL umgestaltet sein.

Der neue Park verfolgt einen landschaftlichen Ansatz. Großzügige Wiesenflächen mit großen Bestandsbäumen werden von Wegen aus Naturstein und wassergebundenen Wegedecke durchzogen und schaffen funktionale Verbindungen zu Stadt und Umland. Die sanfte Topographie der Wasserlandschaft bietet abwechslungsreiche Blickbeziehungen. Einige Pflanzinseln mit heimischen Gehölzen wurden ergänzt und gliedern den Park. Der Hauptweg wird mit Mastleuchten ausgestattet, Bänke – teilweise unter den Bäumen angeordnet – bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. In der Nähe des St. Antonius-Gymnasium wurde der Retentionsraum der Stever durch eine Dammverlegung erweitert. Hier konnte so ein grünes Klassenzimmer entstehen.

Im Herbst 2019 wurde der zweite Bauabschnitt fertiggestellt, der dritte und letzte Bauabschnitt wird 2020 umgesetzt.

© Claudia Dreyße, 2019© Claudia Dreyße, 2019Sitzplatz; Aufenthaltsorte in der Wasserlandschaft © Claudia Dreyße, 2018Das grüne Klassenzimmer an der Vischeringstever © Claudia Dreyße, 2018Fliutmulde "Lummerland"; der Steverdamm wurde verlegt um Retentionsraum zu schaffen © Claudia Dreyße, 2018Das grüne Klassenzimmer © Claudia Dreyße, 2018Eingangsplatz an der Klosterstraße © Claudia Dreyße, 2018© Claudia Dreyße, 2019© Claudia Dreyße, 2019© Claudia Dreyße, 2019© Claudia Dreyße, 2019© Claudia Dreyße, 2019

Xanten Wallanlagen

PARK DER BEGEGNUNG

KURlaub in den Wallanlagen in Xanten

PROJEKT UMGESTALTUNG DER WALLANLAGEN ORT XANTEN BAUHERR STADT XANTEN LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN, ESSEN BETEILIGTE PLANER LUZ LANDSCHAFTSARCHITEKTUR, MÜNCHEN (STAUDENPFLANZUNGEN); ARCHITEKTURBÜRO HEINRICH BÖLL, ESSEN (GRADIERWERK); NOWAKTEUFELKNYRIM, DÜSSELDORF (LEITSYSTEM); NICOLE PETERS (DRACHENSKULPTUR) PLANUNG 2016 BIS 2018 REALISIERUNG 2017 BIS 2019 FLÄCHE 14 HA FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Einstieg am Ostwall © Claudia Dreyße, 2019Schmetterlingswiese am Ostwall © Claudia Dreyße, 2018Rundweg; Gussasphalt und taktile Elemente © Claudia Dreyße, 2018Eingang am Nordwall © Claudia Dreyße, 2018

Die historische Stadtmitte von Xanten wird von einem 14 Hektar großen Stadtpark – den Wallanlagen – umschlossen. Der historische Ursprung liegt in der Verteidigung der Stadtgrenzen, heute dienen die Wallanlagen als Erholungs- und Freizeitfläche im Herzen der Stadt. Im Sinne der Stärkung des Tourismusstandortes Xanten wurden die Wallanlagen 2017 bis 2019 zu einem Kurpark umgestaltet.

Wir bauen auf dem vorhandenen Grünpotenzial auf und entwickeln ein zeitgemäßes, frisches Erscheinungsbild unter Betonung der historischen Strukturen. Mit Blick auf die heutigen und zukünftigen Nutzer erweitern innovative Angebote das Profil eines klassischen Kurparks. Der entstandene „Park der Begegnung“ spricht alle Generationen an, die barrierefreie Gestaltung stand von Beginn an bei allen Überlegungen im Vordergrund.

Den Park prägen großzügige Rasen- und Wiesenflächen mit Gehölzgruppen, Einzelbäumen und Sträuchern. Die Strukturen und Dimensionen der Wallanlagen haben wir partiell freigestellt und wieder erlebbar gemacht. Entlang der Bundesstraße 57 im Ostwall wurden die vorhandenen Gehölze mit einer freiwachsenden Hecke aus niedrigen Sträuchern ergänzt.

Die Grünflächen werden von einem hierarchisierten Wegesystem durchzogen, das wir im Zuge der Neugestaltung partiell neu geordnet und angepasst haben. Staudenpflanzungen betonen die Zugänge zum Park, von denen immer der Hauptweg erreicht wird. Der barrierefreie, mit veredeltem Gussasphalt befestigte und beleuchteter Rundweg verbindet alle Bereiche und quert sämtliche Zufahrtstraßen über verkehrsberuhigende Fahrbahnverengungen. Bänke entlang des Rundwegs bieten Aufenthaltsmöglichkeiten. Im Nordwall betonen drei Pergolen besondere Ruheplätze mit Blick auf die Giebelhäuser, die Kriemhild-Mühle und die neue Drachenskulptur.

Die Wallanlagen sind in vier Teilräume gegliedert: Ostwall, Nordwall, Westwall und Südwall. Jeder Teil weist einen speziellen Charakter auf und wurde aufbauend auf den gegebenen Strukturen nach eigenen Themenschwerpunkten entwickelt:

  • Ostwall – Bewegung, Spiel und Fitness, Naturschutz und Ökologie.
  • Nordwall – Aufenthalt, Abenteuerspiel und Außengastronomie
  • Westwall – Kurpark mit Rosengarten und Bibelgarten, Kneippanlagen und Gradierwerk, Spielen und Tanzen
  • Südwall – Eingang zum historischen Stadtkern bzw. Auftakt des Kurparks

Das Bodendenkmal Wallanlage bleibt dabei von baulichen Eingriffen weitestgehend ausgenommen. Lediglich künstlerische Interventionen – die Drachenskulptur im Nordwall, der Steinkreis im Westwall, Staudenpflanzungen, Spielplätze und Themengärten – waren zugelassen.

Die neuen  Staudenpflanzungen dienen auch als Erkennungszeichen der Wallanlagen an den Straßenquerungen sowie zur Betonung der Stadteingänge. Sie sind in ihrer Pflanzenzusammensetzung und Farbgebung jeweils ortsspezifisch und haben alle einen eher wiesenartigen Charakter.


Gradierwerk am Westwall © Claudia Dreyße, 2019Kneippanlage am Westwall © Claudia Dreyße, 2019Rosengarten am Westwall © Claudia Dreyße, 2019Barfußpfad am Gradierwerk © Claudia Dreyße, 2019Kneippbecken und Gradierwerk © Claudia Dreyße, 2019Treppe mit Wandelgang durch Stauden am Ostwall © Claudia Dreyße, 2019Wandelgang durch Stauden am Ostwall © Claudia Dreyße, 2019Wandelgang durch Stauden am Ostwall © Claudia Dreyße, 2019Staudenpflanzung an der Rheinstraße © Claudia Dreyße, 2018Zugang zum Archäologischen Park © Claudia Dreyße, 2018Themenspielplatz Wallanlage im Ostwall © Claudia Dreyße, 2018Verkaufsstand und Schaukel © Claudia Dreyße, 2018Nachbildung des Stadtgrundrisses um den Dom St. Viktor © Claudia Dreyße, 2018Pergola am Nordwall © Claudia Dreyße, 2019Abenteuerspielskulptur am Nordwall © Claudia Dreyße, 2019Leitsystem © Claudia Dreyße, 2019Lageplan Park der Begegnung © Planergruppe, 2018Ostwall in der Abenddämmerung © Claudia Dreyße, 2019Schmetterlingswiese © Claudia Dreyße, 2019Südwall © Claudia Dreyße, 2019Straßenquerung © Claudia Dreyße, 2019Bibelgarten mit Stauden und Gehölzen des Alten und Neuen Testaments © Claudia Dreyße, 2018Detail Einfassung und Treppenanlage © Claudia Dreyße, 2018Blick vom Rundweg in den Bibelgarten © Claudia Dreyße, 2018Detail Kübelpflanzen; Zitrone, Olive, Granatapfel © Claudia Dreyße, 2018Eingang am Südwall © Claudia Dreyße, 2018Eingang am Ostwall © Claudia Dreyße, 2018Erlebnis Wallanlagen © Claudia Dreyße, 2019Erlebnis Wallanlagen © Claudia Dreyße, 2019Schmetterlingswiesen am Rundweg © Claudia Dreyße, 2019

Oberhausen Brüder-Grimm-Schule

UNTERRICHT UND FREIZEIT

Brüder-Grimm-Schule und Jugendzentrum

PROJEKT AUSSENANLAGEN BRÜDER-GRIMM-SCHULE UND JUGENDZENTRUM PLACE2BE ORT OBERHAUSEN BAUHERR OBERHAUSENER GEBÄUDEMANAGEMENT GMBH LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN PLANUNG UND REALISIERUNG 2015 BIS 2017 FLÄCHE 4.750 M2 FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Der gemeinsame Vorplatz an der Lothringer Straße © Claudia Dreyße, 2018Eingang Brüder-Grimm-Schule © Claudia Dreyße, 2018Außengastronomie vor dem Café des Jugendzentrums © Claudia Dreyße, 2018

Die Brüder-Grimm-Schule in Alt-Oberhausen wurde ab 2015 im Rahmen der Städtebauförderung saniert. In dem Zuge wurde als neue Nutzung das Jugendzentrum Place2Be integriert. Die Konzeption der Außenanlagen folgt einer einheitlichen Gesamtgestaltung mit verbindenden Elementen und notwendigen Trennungen zwischen den Funktionsbereichen Jugendzentrum mit Café und Grundschulbetrieb.

Die Freianlagen sind in drei räumliche Bereiche gegliedert: den gemeinsamen Vorbereich an der Lothringerstraße, den Schulhof der Brüder-Grimm-Schule mit zwei durch die Gebäudestruktur gebildeten Innenhöfen und dem direkt dem Jugendzentrum zugeordneten Außenraum des Cafés.

Der Vorbereich an der Lothringer Straße versteht sich eindeutig als Vorplatz des Gebäudes. Die Funktionen Aufenthalt und Warten, Bringen und Abholen sind durch einen offenen Filter aus Radparkern, Pollern und Mastleuchten vom Verkehr auf der Lothringer Straße getrennt.

Ein einheitlicher Plattenbelag dient als verbindender Spiegel, in den weitere Elemente aus dem Bestand – Bäume, Zugänge etc. – und neue Elemente für Spiel und Aufenthalt eingebunden wurden. Große Flächenanteile wurden entsiegelt und mit einer wassergebundener Deckschicht versehen. Die barrierefreie Erschließung der Schule und des Jugendzentrums erfolgt über einen flach ansteigenden Weg innerhalb der vorhandenen Rasenböschung. Der Baumbestand wurde weitgehend halten.

Die Grundstruktur des Schulhofs wurde durch Verlagern der Funktionen neu sortiert. Die Matrix der großen Bewegungsfläche bleibt der Asphalt mit einer neuen Deckschicht. Aufgemalte Bahnen für Lauf- und Fahrspiele verbinden im Bereich der überdachten Pausenhalle Außen-und Innenraum im Sinne des Gebäudeentwurfs. Im Bereich des ehemaligen Schulgartens entstand ein multifunktionales Mannschaftsspielfeld mit Minitoren. Die zwei Innenhöfe dienen als beruhigte Aufenthaltszonen. Den nördlichen Hof füllt eine hölzerne Tribüne als großzügiges Sitzelement. Im zweiten Hof, der ‚grünen Oase‘, bieten Hängematten zurückgezogene Erholungsorte.

Das Jugendzentrum wird über den gemeinsamen Vorplatz an der Lothringer Straße erreicht. Als Signet dient eine von Jugendlichen gestaltete Graffitiwandscheibe. Das Café ist in einem gläsernen Anbau untergebracht, die leicht erhöhte Außenterrasse ist Teil des Vorplatzes.

Durch die Verlagerung des Müllabstellplatzes in den südlichen Teil des Schulhofs wurde ein weiterer Innenhof für das Jugendzentrum gewonnen. Er ist als Außenlounge mit Bewegungselementen konzipiert. Drei flexible Freiraummöbel können zu Liegelandschaften oder kleinen Hütten zusammengestellt werden. Form und Gewicht der Möbel bedingen die Notwendigkeit von gemeinsamem Handeln zur Schaffung neuer Orte auf Zeit. Begrünte Pergolen bringen Schatten.

Innenhof des Jugendzentrums © Claudia Dreyße, 2018Tribüne im Innenhof des Schulhofs © Claudia Dreyße, 2018Pergolen und flexible Möbel © Claudia Dreyße, 2018Lageplan © Planergruppe, 2015Schulhof © Claudia Dreyße, 2018Rennbahn auf dem Schulhof © Claudia Dreyße, 2018

Dortmund Vorplatz DFM

„…ENTSCHEIDEND IS‘ AUF’M PLATZ.“*

Möblierung für den Vorplatz des Deutschen Fußballmuseums

PROJEKT SCHICHTWECHSEL – FUSSBALLLEBEN RUHRGEBIET; NEUGESTALTUNG VORPLATZ DEUTSCHES FUSSBALLMUSEUM ORT DORTMUND AUFTRAGGEBER DFB-STIFTUNG DEUTSCHES FUSSBALLMUSEUM LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN IN KOOPERATION MIT PLEASE DON’T TOUCH PLANUNG 2017 REALISIERUNG 2018 FOTOS ANNIKA FEUSS, CLAUDIA DREYSSE

Vorplatz des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund © Claudia Dreyße, 2018Neuer Lack für die Lenticularfiguren © Annika FeussDas Museum wächst raus in die Stadt © Annika FeussBolzplatz-Zitate zur aktuellen Ausstellung © Annika Feuss

Bolzplatz der Zukunft – Unter dieser Überschrift sollte der Vorplatz des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund als Entree in die Sonderausstellung „FußballLeben Ruhrgebiet“ eingebunden werden. Die Ausstellung war Teil der Veranstaltungsreihe zum Ende des Steinkohlebergbaus 2018. Es bestand zudem der Wunsch, dem Vorplatz über die Dauer der Ausstellung hinaus eine neue Aufenthaltsqualität zu verleihen. Die unterschiedlichen Anforderungen an die flexible Bespielbarkeit des Platzes – z.B. für Veranstaltungen oder saisonal wechselnde Nutzungen – mussten dabei berücksichtigt werden.

Um dieser Aufgabe gerecht zu werden, bildeten wir Landschaftsarchitekten und Architekten von der Planergruppe GmbH Oberhausen ein im Planungsalltag eher ungewöhnliches Team mit den Szenografen von please don’t touch aus Dortmund. Die unterschiedlichen Sichtwiesen auf den Ort und seine Möglichkeiten führten zu einer modularen und mobilen Ausstattung, die dem Platz ein neues Erscheinungsbild gibt, das je nach Nutzungsanlass frei verändert werden kann. Die in der Platzgestaltung bestehenden Elemente wurden zudem umcodiert und im Sinne einer verbesserten Adressbildung veredelt.

Sämtliche neuen Sichtbetonmöbel basieren auf dem Raster 80 x 80cm und sind mit einem einfachen Hubwagen unterfahrbar. So können sie beliebig umgruppiert werden und auch mal den Platz für eine Großveranstaltung räumen. Die an den Möbeln befestigten Gitterwände dienen als Träger von wechselnden Ausstellungsinhalten, treten durch ihre Transparenz jedoch nicht in den Vordergrund. Vor dem Vereinsgrill wurden die vorhandenen Sonnenschirme im neuen Farbkanon bespannt und in zwei großzügige Sitzgruppen aus Sichtbetonmöbeln einbezogen. In die Sitzgruppen integrierte Kübel sind mit robustem und pflegeleichtem Strandroggen bepflanzt. Die Lenticularfiguren treten in ihrem neuen, goldenen Gewand selbstbewusst wie Trophäen auf und dienen ebenfalls als Träger wechselnder Ausstellungsinhalte. Der „Cage“, ein besonderer Bolzkäfig mit drei Toren sorgt direkt vor der Fassade des Museums für ordentlich Rambazamba!

*Alfred „Adi“ Preißler

Strandroggen und Stadionsitze © Annika FeussSämtliche Module sind beliebig gruppierbar © Annika FeussSichtbeton-Elemente im einfachen Raster von 80 x 80cm © Annika FeussDie neue Möblierung ergänzt die bestehende Platzgestaltung © Annika FeussDie neue Möblierung ergänzt die bestehende Platzgestaltung © Annika Feuss"...entscheidend is' auf'm Platz." © Annika FeussNeue Möblierung am Vereinsgrill © Claudia Dreyße, 2018Die Module sind beliebig gruppierbar © Claudia Dreyße, 2018Flexible Zonierung © Claudia Dreyße, 2018

Münster Fürstenbergplatz

EIN PLATEAU FÜR FÜRSTENBERG

Neugestaltung des Platzes vor dem Fürstenberghaus in Münster

PROJEKT PLATZ VOR DEM FÜRSTENBERGHAUS ORT MÜNSTER AUFTRAGGEBER WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN PLANUNG SEIT 2015 REALISIERUNG 2017 (PLATZ); 2018 BIS 2019 (JESUITENGANG) FLÄCHE CA. 2.500M2 FOTOS CLAUDIA DREYSSE BESONDERES NOMINIERT FÜR DEN DEUTSCHEN LANDSCHAFTSARCHITEKTUR PREIS 2019

Der Platz vor dem Fürstenberghaus © Claudia DreyßeFranz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg © Claudia DreyßeDie Bestandsbäume als großes Potential © Claudia Dreyße

In prominenter Lage unweit des Münsteraner Doms, gegenüber dem neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur ist ein vielseitig nutzbarer Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden.

Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg, ein wichtiger Staatsmann im Fürstbistum Münster in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist Namensgeber des Fürstenberghauses das heute die Fachbereiche für Geschichte und Philosophie der Universität Münster beherbergt. Ein Anbau im Innenhof des Museums sowie die drängende Problematik, eine Lösung für das überhand nehmende wilde Abstellen von Fahrrädern zu finden, machten eine Neugestaltung des Platzes notwendig.

Das große Potential dieses klar gefassten Stadtraums in zentraler Lage stellen der über 20m Meter hohe Urweltmammutbaum – ein Naturdenkmal – und direkt daneben eine mächtige Rot-Eiche dar. Unser Entwurf erhält und schützt die Bäume langfristig und integriert sie als wesentliche Elemente in die neue Platzgestaltung.

Ein weitläufiges Plateau mit umlaufenden Stufen prägt den Platz und lässt die barrierefreie Erschließung der umliegenden Gebäude zu. Die Stufen fassen den erhöhten Standort der alten Bäume, schaffen einen gegenüber den umliegenden Bewegungsräumen geschützten Ort für Aufenthalt und sorgen für eine natürliche Barriere gegenüber wildem Fahrradparken. Unter den mächtigen Bäumen schützen großzügige Sitzpodeste den Wurzelraum und bieten mit einem Holzbelag schattige Aufenthaltsgelegenheiten für Studierende und Besucher der Museen und der Innenstadt. Die Baumscheiben sind mit Stauden, Gräsern, Farnen und Blumenzwiebeln bepflanzt. Durch die Pflanzenauswahl erlebt der Besucher zu jeder Jahreszeit eine attraktive Bepflanzung mit unterschiedlichen Blühaspekten. Es ist ein erhabener Ort für Rückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der dichten Altstadt entstanden.

Ein weiteres zentrales Element des Platzes ist die Skulptur von Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg. Es wurde prominent auf dem Plateau positioniert.

Als Bodenbelag wurde ein sandsteinfarbener Betonstein ausgewählt. Farbe und Formate orientieren sich am Sandstein der Sockel und Fensterlaibungen der historischen Gebäude und korrespondieren mit der Fassade des LWL Museums für Kunst und Kultur. Der gleiche Farbton wurde für die Treppenstufen gewählt – das Plateau erscheint aus einem Guss und der Besucher erlebt einen unaufgeregten Ort in warmen Farbtönen.

Fassadenstrahler und Mastleuchten sorgen für die funktionale Beleuchtung des Verbindungswegs zur Aa und zu den Eingängen der Gebäude. Auf dem Plateau werden lediglich die Fürstenbergskulptur und die Kante der Sitzpodeste akzentuiert.

Der neue Platz am Fürstenberghaus bleibt ebenso wie die öffentlichen Gehwege am LWL Museum frei von Fahrradabstellanlagen. Um den großen Bedarf an Stellplätzen zu decken, wird in einem zweiten Bauabschnitt ein Fahrradparkhaus seitlich des Verbindungswegs zur Aa gebaut. Das Obergeschoss ist niveaugleich vom Fürstenbergplatz aus erreichbar, das Untergeschoss von der tiefer liegenden Johannisstraße.

Sitzplateau und Staudenpflanzung unter dem Naturdenkmal © Claudia DreyßeDie mächtige Rot-Eiche © Claudia DreyßeFürstenberg, LWL-Museum und Dom © Claudia DreyßeRückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der dichten Altstadt © Claudia DreyßeDetail: Sitzplateau unter der Rot-Eiche © Claudia DreyßeVerbindungsweg zur Aa © Claudia DreyßeFahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019Fahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019Fahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019Fahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019Fahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019Fahrradstellplätze am Jesuitengang © Claudia Dreyße, 2019

Blankenheim Weiherpark

NEUE TALLANDSCHAFTEN

Zurück zur Landschaft

PROJEKT UMGESTALTUNG WEIHERPARK ORT BLANKENHEIM AUFTRAGGEBER GEMEINDE BLANKENHEIM LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN ARCHITEKTEN HEIMSPIEL ARCHITEKTEN, MÜNSTER PLANUNG SEIT 2016 REALISIERUNG AB 2018 FLÄCHE 5 HA

Visualisierung Weiherpark © Stefan Cichosz; Planergruppe

Im Laufe der Jahrzehnte wurden der Blankenheimer Weiher und sein Umfeld mehrfach überformt. Aufgrund sich ändernder Ansprüche wurden Nutzungen entfernt und neue hinzugefügt. Mit der Schließung des Freibads ist ein großer Nutzungsanlass verloren gegangen. Dadurch sind große Teile des Giesenbachtals nicht mehr zugänglich. Zugleich sind viele der baulichen Anlagen im Park sanierungsbedürftig und ein Großteil der Pflanzungen ist unzureichend gepflegt.
Vor dem geschichtlichen Hintergrund wird mit der Umgestaltung des Weiherparks keine weitere Gestaltungsschicht ergänzt. Stattdessen werden die historischen Spuren und vorhandenen Qualitäten herausgearbeitet und sinnvoll erweitert. Dabei steht in erster Linie die Erlebbarkeit der Topografie im Fokus. Die Nutzungsanlässe werden an den Rand des Parks gerückt,  der Talraum wird großzügig geöffnet.
Der Weiherplatz, die Weiherhalle mit dem zukünftigen Haus der Jugendlichen und der Platz am See werden zu einem Dreiklang rund um den Weiher ausgearbeitet. Auf diese Weise entsteht ein lebenswerter Stadtraum am Übergang zur Landschaft.
Mit der Verknüpfung von Weiherpark und Giesenbachtal wird für die Bürger Blankenheims ein Landschaftsraum wieder zugänglich, der durch die Offenlegung des Giesenbachs zudem eine ökologische Aufwertung erfährt. Die Wiesenflächen im Tal sind ein artenreiches Habitat, welches durch die neuen Talwege erschlossen wird. Die abwechslungsreiche Ufergestaltung des Baches regt die Entwicklung von Flora und Fauna zusätzlich an. Es entsteht ein attraktiver Landschaftsraum in unmittelbarer Nähe zum Ortskern.
Die funktionalen Mängel im Park werden beseitigt, Barrieren entfernt und alle Parkbereiche angemessen erschlossen. Auf diese Weise werden die Freiflächen qualifiziert und mit der Umgebung vernetzt.
Dabei geht es zwar in erster Linie um die Verknüpfung mit dem Ortskern, aber auch die Wegeverbindung durch das Giesenbachtal nach Norden, die Berücksichtigung der Wanderwege im Süden entlang der Ahr sowie der aufgewertete Anschluss an den Weg zum geplanten Kultur- und Bildungszentrum auf dem Finkenberg führen zu einer verbesserten Zugänglichkeit dieser öffentlichen Grünräume.
Kernelement des Entwurfs ist der Rückbau der Freibadanlagen. Das Umkleidengebäude wird erhalten und im Zusammenspiel mit dem Platz am See zu einer multifunktional nutzbaren Struktur im Park umgebaut. Das Jugendzentrum wird im ehemaligen Lehrschwimmbecken in der Weiherhalle untergebracht und dort um attraktive Außenanlagen ergänzt. Der Weiher soll vor allem durch Rückschnitt der Gehölze vom Ort aus wieder sichtbar gemacht, durch optimierte Wegeführungen barrierefrei erschlossen und an verschiedenen Stellen zugänglich gemacht werden. An mehreren Orten im Park werden Freizeitnutzungen für unterschiedliche Nutzergruppen vorgeschlagen.

Gesamtkonzept © PlanergruppeLageplan © PlanergruppeKonzeption Umnutzung Umkleidengebäude © Heimspiel Architekten; PlanergruppeSchnitt Rundweg © Planergruppe

Bottrop Kulturzentrum

DREI RÄUME

August-Everding Kulturzentrum Bottrop

PROJEKT AUGUST-EVERDING KULTURZENTRUM ORT BOTTROP AUFTRAGGEBER STADT BOTTROP LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN ARCHITEKTEN HEINRICH BÖLL ARCHITEKT, ESSEN PLANUNG SEIT 2017 REALISIERUNG AB 2018

Lageplan Entwurfsplanung © Planergruppe

Durch eine neue Zonierung werden Räume klar ablesbar gemacht, es wird eine eindeutige Wegeführung erreicht. Der öffentliche Raum wird als Aufenthalts- und Veranstaltungsort nutzbar und der Kulturaspekt wird erlebbar.

Klimagerechte Aufwertung
Die vorhandenen Platanen stellen ein großes gestalterisches und stadtklimatisch Potential dar, und werden erhalten. Der derzeit fast vollständig versiegelte und als Parkplatz genutzte Hof des Kulturzentrums wird teilentsiegelt, und durch begrünte Flächen gegliedert. Für die verbleibenden befestigten Flächen wird ein ökologischer Pflasterstein vorgeschlagen, der das Regenwasser über die Fugen ableitet. Je nach Nutzungsintensität sind die Fugen breit und offen mit Splitt gefüllt, begrünt oder als klassische Pflasterfuge eng mit Sand verfüllt. Der Abflussbeiwert wird von 1 auf 0,7 im versiegelten Bereich bzw. 0,5 im begrünten Bereich reduziert. Teilflächen werden mit intensiver Staudenbepflanzungen komplett entsiegelt.

Drei Räume
Der öffentliche Raum um das Kulturzentrum gliedert sich in drei Räume mit unterschiedlichen Qualitäten. Alle drei Räume sind auf das neue Eingangsgebäude ausgerichtet. Der Vorplatz vermittelt zwischen den unterschiedlichen Wegeverbindungen – in Nord-Südrichtung an der Martinskirche zur Böckenhoffstraße, in Ost-West-Richtung zur Blumenstraße und zu den Stellplatzanlagen an der Böckenhoffstraße. Im Höhensprung zum Niveau des Kulturhofes liegt hier ein verbindendes Sitzelement.
Der Kulturhof wird durch die bauliche Erweiterung des Kulturzentrums gebildet. Ein vollständig umschlossener Innenhof bietet Platz für Veranstaltungen und temporäre Kunstinstallationen. Der geschützte Hof wird vom Foyer aus für Feste mitgenutzt und dient als Lesegarten für die Stadtbücherei. Eine Rasenfläche wird für Veranstaltungen mit Kindern genutzt, mit Sitzmauern eingefasste Staudenbeete schaffen eine angenehme Aufenthaltsqualität. Der Hof ist von allen Richtungen aus erreichbar, kann aber je nach Bedarf separiert werden.
Der Wirtschaftshof dient mit Material- und Abfallcontainern sowie Fahrradsafes den funktionalen Bedürfnissen des Kulturbetriebs. Er wird zum Kulturhof durch eine hölzerne Wandscheibe abgegrenzt.
Der bestehende Skulpturengarten wird zu einem großzügigen Auftakt des Kulturzentrums umgestaltet. Eine flache, mit Bäumen überstandene Treppe führt auf den leicht erhöht liegenden Vorplatz. Auf den terrassierten Flächen wechseln sich Rasenflächen und wassergebundener Wegedecken ab. Die Bestandbäume werden darin integriert und durch Neupflanzungen ergänzt. Als barrierefreier Zugang dient der südlich verlaufende leicht ansteigende Weg.
Der Skulpturengarten dient als „Kreativzone“ des Kulturzentrums. Hier finden dauerhafte Kunstobjekte Platz, wird Urban Gardening betrieben und Boule gespielt. Es entfallen bis auf die Erschließungsrampe sämtliche versiegelten Flächen zugunsten der Rasenplateaus.

Schnitte Entwurfsplanung © Planergruppe

Monheim Alter Markt

DIE WIEDERENTDECKUNG DER ALTSTADT

Alter Markt in Monheim am Rhein

PROJEKT ALTER MARKT ORT MONHEIM AM RHEIN AUFTRAGGEBER STADT MONHEIM LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN PLANUNG 2015 BIS 2017 REALISIERUNG 2016 BIS 2018 FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Blick auf den Alten Markt © Claudia DreyßeLageplan © Planergruppe

Der Alte Markt war in der mittelalterlichen Stadt der zentrale Platz. Mit zahlreichen historischen Gebäuden, den großen alten Linden, dem Marktbrunnen und dem Gerichtskreuz hat er das Potential zu einem attraktiven Altstadtplatz. Die Relikte der Befestigungsanlage zusammen mit dem Zollhaus und den mittelalterlichen Gassen wie der Freiheit und der Zollstraße verstärken den historischen Charakter dieses Stadtraums. Ein besonderes Potential ist zudem seine Lage an der Höhenkante von der Stadt zur Landschaft. Der Marktplatz liegt ca. 3m höher als die Kapellenstraße und erlaubt damit einen großartigen Ausblick in die Rheinaue. Die historische Bedeutung des Alten Marktes und das Potential des Landschaftsbezuges stehen für uns darum zentral bei der Neugestaltung des Platzes.
Die Neuinterpretation des Platzes bezieht sich auf den historischen Stadtgrundriss, in dem der heutige Marktplatz aus einem Dreiecksplatz im östlichen und einer Gasse im westlichen Teil bestand. Mit dem Ausbilden einer Bauminsel wird der gestalterische Schwerpunkt auf diesen östlichen und topographisch höher gelegenen Teil gelegt. Die Insel gibt dem Platz eine Mitte, bietet eine großzügige Aufenthaltsfläche und nimmt die vorhandenen Elemente auf. Die Insel erhält eine breite Einfassung aus Naturstein, der schöne Rahmen veredelt den besonderen Ort. In der wassergebundenen Decke werden die bestehenden Linden integriert, die Insel wird ohne störende Einbauten für die Außengastronomie nutzbar.
Im Westen bildet ein auf die Höhe des Brunnenplatzes gehobenes Plateau das Pendant zur Insel. Unter drei neu gepflanzten Linden entsteht eine offene, freundliche Fläche für die Außengastronomie. Der Höhenunterscheid von diesem Plateau zum stetig abfallen Platz wird mit drei verschleppenden Stufen ausgeglichen, auf denen ein „Stadtsofa“ installiert wird, das den Ausblick sowohl auf den Brunnen als auch in die Aue ermöglicht. Das Stadtmodell für die Altstadt findet hier seinen Platz.

Verkehr
Zur Reduzierung der Verkehrsflächen schlagen wir eine Verkehrsführung an der Nordseite des Platzes vor, mit einer Reduktion auf Einbahnverkehr im letzten Abschnitt der Turmstraße. Die entstehende verkehrsfreie Platzfläche dient als Aufenthaltsfläche und für Außengastronomie der ansässigen Gaststätten. Stellplätze sind auf dem Alten Markt nicht angemessen, die historische Situation sollte frei von ruhendem Verkehr bleiben.

Beleuchtungskonzept
Eine Reihe aus sieben Mastleuchten mit behutsam modernem Charakter spendet die nötige Ausleuchtung. Darüber hinaus werden atmosphärische Akzente gesetzt: Der Brunnen und das Gerichtskreuz werden ebenso wie die alten Linden, die alte Befestigungsmauer und das alte Rathaus mit Bodeneinbaustrahlern beleuchtet.

Materialität
Der Platz wird in allen Bereichen einheitlich mit Naturstein befestigt. Ein Basalt als Binderstein im länglichen Format wird in verschiedenen Verbänden verwendet, diese bringen ein abwechslungsreiches Spiel in die Oberflächen, und tragen den unterschiedlichen Verkehrsbelastungen Rechnung.  Die Einfassung der Bauminsel und die Stufen werden in einem grauen Granit gefertigt. Die Initiative der Bürger, den ursprünglichen Brunnen an seinem alten Standort zu rekonstruieren wird begrüßt. Der Brunnen wird anstelle des Gerichtskreuzes in die neue Platzgestaltung integriert.

Die Lindeninsel gibt dem Platz eine Mitte © Claudia DreyßeAußengastronomie auf der Lindeninsel © Claudia DreyßeAusblick in die Rheinaue © Claudia DreyßePlateau mit Stadtsofa als Pendant zur Lindeninsel © Claudia DreyßeLängsschnitt Alter Markt © PlanergruppeBeleuchtungsplanung © PlanergruppeBlick vom Alten Markt in den Park am Rhein © Claudia DreyßeBlick über die Kapellenstraße in die Altstadt © Claudia DreyßeDie Altstadt rückt wieder nah an den Rhein © Claudia DreyßeAußengastronomie an der Turmstraße © Claudia DreyßeBrunnen auf der Lindeninsel © Claudia Dreyße