Essen Eltingplatz

Grüne Bandbreite

Mehr Raum für Regenwasser im Eltingviertel

Visualisierung Eltingplatz © LANDESCAPE Stefan Cichosz; Planergruppe
Visualisierung Eltingplatz © LANDESCAPE Stefan Cichosz; Planergruppe
Visualisierung Eltingstraße © LANDESCAPE Stefan Cichosz; Planergruppe
Visualisierung Eltingstraße © LANDESCAPE Stefan Cichosz; Planergruppe

Wettbewerb: Realisierungswettbewerb Eltingplatz/ Eltingstrasse

Ort: Essen

Auslober: Stadt Essen

Landschaftsarchitekten: Planergruppe Oberhausen 

Planung: November 2016 bis Februar 2017

Fläche: 1.2 ha

Visualisierung: Landescape Landschaftsarchitektur & Visualisierung – Stefan Cichosz


Konzept
Vor dem Hintergrund des klimagerechten Stadtumbaus wird die dezentrale Regenwasserbewirtschaftung im öffentlichen Raum in den Mittelpunkt gestellt. Für die Eltingstraße wird ein Straßenprofil entwickelt, welches die Pflanzflächen auf einer Seite bündelt und als grünes Band über die Quartiersachse führt. Der auf den Verkehrsflächen anfallende Niederschlag wird in die abgesenkten Pflanzflächen des Bandes einleitet, wo es temporär zurückgehalten und versickert wird. Dabei wird unter der Wahrung der Funktionen so viel Grünanteil wie möglich realisiert.

Details
Das gesamte Oberflächenwasser in der Eltingstraße wird in einer Pflasterrinne gesammelt und gezielt in regelmäßigen Abschnitten in die Pflanzflächen eingeleitet. Diese sind gegenüber dem Straßenniveau 30-40cm abgesenkt und werden aufgrund der Gefällelage terrassiert angelegt. An Hauszugängen oder Garageneinfahrten queren großzügige Plattenüberwege die Pflanzflächen.

Klimaresistente Begrünung
Als Straßenbaum wird die Kobushimagnolie vorgeschlagen. Als Klimabaum getestet, verleiht er dem Straßenraum mit seiner rein weißen Blüte eine exotische Note. In den Pflanzflächen wird ein reich blühendes Stauden- und Gräserbild vorgeschlagen, dessen Pflege sich durch die Wahl von stresstoleranten Arten auf einer mineralischen Mulchschicht sehr beschränkt. An drei Stellen wird das Grüne Band durch Holzpodeste unterbrochen.

Am Eltingplatz wird das Grüne Band unterbrochen und der Straßenraum zum Platzraum geöffnet. Als Neuinterpretation eines grünen Schmuckplatzes wird der Eltingplatz mit einer elliptischen Großform besetzt. Diese Raseninsel besetzt die Mitte des Platzes und macht den Platzraum als Ganzes erlebbar. Ihre skulpturale Einfassung nutzt spielerisch die vorhandene Topographie. Sie verschneidet sich so mit dem vorhandenen Platzgefälle, dass an ihrem Rand unterschiedliche Nutzungsmöglichkeiten entstehen.

Im Norden ist die Einfassung oberflächengleich und macht ein Betreten der Rasenfläche möglich. Im Nordosten bildet sich neben einem auf 50cm erhöhten Rand ein befestigter Weg heraus, der das Begehen des Innenrandes und das Besitzen der Figur nach Norden und Süden möglich macht. Nach Osten reduziert sich der Rand zu einer etwa stufenhohen Kante, die sich nach Südwesten gegenüber den Stellplätzen auf 90cm Höhe schwingt, um die parkenden Autos auszublenden und gegenüber der Fahrbahn der Eltingstraße eine deutliche räumliche Wirkung zu entfalten. Nach Westen nähert sich die Kante wieder einer Sitzhöhe, um Aufenthalt am Spielort zu ermöglichen.

Resilienz
Nach innen gemuldet kann die Rasenfläche bei Starkregenereignissen kontrolliert Überschusswasser aufnehmen. Die umliegende Fläche ist als großzügige Platzfläche gestaltet und wird zu einer multifunktional bespielbaren Fläche. An der Schnittstelle der beiden Plätze wird eine bespielbare Kunst- und Spielstruktur verortet. Für alle befestigten Flächen wird eine durchgängige Materialität gewählt. Sonderflächen werden mit dem gleichen Material in einem größeren Format und etwas dunklerer Farbgebung markiert.

Innenhof
Die Grünfläche im Innenhof eines Wohnblocks zwischen Waterloo- und Eltingstraße wird als Gemeinschaftsgarten für die Anwohner des Eltingviertels entwickelt. Eine lange Tafel als Treffpunkt zwischen den Anwohnerbeeten, ein Spielangebot für Kleinkinder sowie Sitzmöglichkeiten ergänzen das Angebot an eher ruhigen Nutzungsmöglichkeiten. Eine Liegewiese integriert die vorhandene Baumgruppe. Formal wird die Gestaltsprache der elliptischen Großform auf dem Eltingplatz aufgegriffen. Gegenüber der Bebauung im Nordosten wirkt ein aus Großgehölzen und Bäumen gebildeter grüner Rand als Sichtschutz.


Lageplan © Planergruppe
Lageplan © Planergruppe
Detail Eltingstraße © Planergruppe
Detail Eltingstraße © Planergruppe
Detail Eltingstraße © Planergruppe
Detail Eltingstraße © Planergruppe

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin

Ute Aufmkolk
Landschaftsarchitektin AKNW

aufmkolk@planergruppe-ob.de
0511-897 00 999