Münster Fürstenbergplatz

EIN PLATEAU FÜR FÜRSTENBERG

Neugestaltung des Platzes vor dem Fürstenberghaus in Münster

PROJEKT PLATZ VOR DEM FÜRSTENBERGHAUS ORT MÜNSTER AUFTRAGGEBER WESTFÄLISCHE WILHELMS-UNIVERSITÄT MÜNSTER LANDSCHAFTSARCHITEKTEN PLANERGRUPPE OBERHAUSEN PLANUNG SEIT 2015 REALISIERUNG 2017 FLÄCHE 1.600M2 FOTOS CLAUDIA DREYSSE

Der Platz vor dem Fürstenberghaus © Claudia DreyßeFranz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg © Claudia DreyßeDie Bestandsbäume als großes Potential © Claudia Dreyße

In prominenter Lage unweit des Münsteraner Doms, gegenüber dem neuen LWL-Museum für Kunst und Kultur ist ein vielseitig nutzbarer Stadtplatz mit hoher Aufenthaltsqualität entstanden.

Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg, ein wichtiger Staatsmann im Fürstbistum Münster in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts, ist Namensgeber des Fürstenberghauses das heute die Fachbereiche für Geschichte und Philosophie der Universität Münster beherbergt. Ein Anbau im Innenhof des Museums sowie die drängende Problematik, eine Lösung für das überhand nehmende wilde Abstellen von Fahrrädern zu finden, machten eine Neugestaltung des Platzes notwendig.

Das große Potential dieses klar gefassten Stadtraums in zentraler Lage stellen der über 20m Meter hohe Urweltmammutbaum – ein Naturdenkmal – und direkt daneben eine mächtige Rot-Eiche dar. Unser Entwurf erhält und schützt die Bäume langfristig und integriert sie als wesentliche Elemente in die neue Platzgestaltung.

Ein weitläufiges Plateau mit umlaufenden Stufen prägt den Platz und lässt die barrierefreie Erschließung der umliegenden Gebäude zu. Die Stufen fassen den erhöhten Standort der alten Bäume, schaffen einen gegenüber den umliegenden Bewegungsräumen geschützten Ort für Aufenthalt und sorgen für eine natürliche Barriere gegenüber wildem Fahrradparken. Unter den mächtigen Bäumen schützen großzügige Sitzpodeste den Wurzelraum und bieten mit einem Holzbelag schattige Aufenthaltsgelegenheiten für Studierende und Besucher der Museen und der Innenstadt. Die Baumscheiben sind mit Stauden, Gräsern, Farnen und Blumenzwiebeln bepflanzt. Durch die Pflanzenauswahl erlebt der Besucher zu jeder Jahreszeit eine attraktive Bepflanzung mit unterschiedlichen Blühaspekten. Es ist ein erhabener Ort für Rückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der dichten Altstadt entstanden.

Ein weiteres zentrales Element des Platzes ist die Skulptur von Franz Friedrich Wilhelm von Fürstenberg. Es wurde prominent auf dem Plateau positioniert.

Als Bodenbelag wurde ein sandsteinfarbener Betonstein ausgewählt. Farbe und Formate orientieren sich am Sandstein der Sockel und Fensterlaibungen der historischen Gebäude und korrespondieren mit der Fassade des LWL Museums für Kunst und Kultur. Der gleiche Farbton wurde für die Treppenstufen gewählt – das Plateau erscheint aus einem Guss und der Besucher erlebt einen unaufgeregten Ort in warmen Farbtönen.

Fassadenstrahler und Mastleuchten sorgen für die funktionale Beleuchtung des Verbindungswegs zur Aa und zu den Eingängen der Gebäude. Auf dem Plateau werden lediglich die Fürstenbergskulptur und die Kante der Sitzpodeste akzentuiert.

Der neue Platz am Fürstenberghaus bleibt ebenso wie die öffentlichen Gehwege am LWL Museum frei von Fahrradabstellanlagen. Um den großen Bedarf an Stellplätzen zu decken, wird in einem zweiten Bauabschnitt ein Fahrradparkhaus seitlich des Verbindungswegs zur Aa gebaut. Das Obergeschoss ist niveaugleich vom Fürstenbergplatz aus erreichbar, das Untergeschoss von der tiefer liegenden Johannisstraße.

Lageplan © PlanergruppeSitzplateau und Staudenpflanzung unter dem Naturdenkmal © Claudia DreyßeDie mächtige Rot-Eiche © Claudia DreyßeFürstenberg, LWL-Museum und Dom © Claudia DreyßeRückzug, Begegnung und Aufenthalt inmitten der dichten Altstadt © Claudia DreyßeDetail: Sitzplateau unter der Rot-Eiche © Claudia DreyßeVerbindungsweg zur Aa © Claudia Dreyße