Paderborn Abdinghof

Raumfolge in historischer Keimzelle

Offener zweiphasiger Wettbewerb Abdinghof Paderborn

Blick auf den Haupteingang © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Blick auf den Haupteingang © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Lageplan Gesamtsituation © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Lageplan Gesamtsituation © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen

Wettbewerb: Wettbewerb Abdinghof Paderborn

Ort: Paderborn

Auslober: Stadt Paderborn

Landschaftsarchitekten: Planergruppe Oberhausen 

Architekten: Behet Bondzio Lin Architekten, Münster

Planung: Oktober 2017 bis März 2018

Fläche: 10.000 m2

Platzierung: 1. Preis

Visualisierung: Behet Bondzio Lin Architekten


Aus der Auslobung:
„Das Wettbewerbsgebiet liegt in der Innenstadt von Paderborn in unmittelbarer Nähe zur zentralen Handelslage, zum Rathaus sowie zum Paderquellgebiet. Aufgrund der zentralen Lage ist die städtebauliche Gestaltung der Plätze Am Abdinghof, Franz-Stock-Platz, Gutenbergstraße und Marienplatz sowie die Einbindung und die Ausarbeitung der städtebaulichen Achsen sowie der freiraumplanerischen Plätze die zentrale Wettbewerbsaufgabe neben dem architektonischen Entwurf der neuen Stadtverwaltung.“

Erläuterungsbericht:
Die Freiräume im Plangebiet unterschieden sich durch teils deutlich unterschiedliche Ausgangssituationen und damit verknüpfte, vielfältige Nutzungsansprüche. Die Neugestaltung der Stadträume nimmt genau darauf Rücksicht und entwickelt die Stärken der jeweiligen Räume weiter.

Durch die abgetreppte Gestaltung des Marienplatzes wird dessen Verknüpfung mit den umgebenden Straßenräumen ermöglicht. Barrieren werden zurückgebaut um unterschiedliche Aufenthaltsqualitäten zu schaffen. Die Wegebeziehungen über den Platz verweben ihn mit seinem direkten Umfeld. Die freigestellte Marienstatue bildet weiterhin das Zentrum des Platzes. Der Neubau der Stadtverwaltung ist prominent am Platz positioniert und die Blickbeziehung zum Rathausplatz wird freigehalten.

Es entsteht ein lebendiger Stadtplatz – ein zentraler Treffpunkt.

Die Treppenstufen gliedern den Platz in Flächen mit unterschiedlichen Nutzungsqualitäten: vielfältige Ausblicke über den Platz und in die angrenzenden Stadträume, eine Bühne in der Stadt sowie ruhiger Aufenthalt unter Bäumen, Raum für Feste und Veranstaltungen. Die neue Baumsetzung unterstützt die Sicht- und Wegebeziehungen, sorgt für Schatten und betont die Platzränder. Soweit möglich werden die Bestandsbäume erhalten. Darüber hinaus wird Gleditsia triacanthos Inermis gepflanzt, ein stressresistenter und klimaangepasster Baum. Das durchgehend einheitliche Oberflächenmaterial unterstützt das Verweben des Platzes mit der umgebenden Stadtstruktur.

Auf dem Abdinghof wird mit der neuen Treppenanlage der Bezug von Unten und Oben gestärkt. Der nutzbare Raum und die Nutzungsvielfalt werden vergrößert, die Zugänglichkeit von Stadtmuseum, Stadtverwaltung und Franz-Stock-Platz werden verbessert. Eine Treppenrampe ermöglicht den barrierefreien Zugang des oberen Niveaus und erleichtert das Bespielen des Franz-Stock-Platzes. Die Treppen sind unterschiedlich ausgerichtet und ermöglichen vielfältige Blicke in das Paderquellgebiet.

Die unterschiedlichen Niveaus bieten Platz für das kleine Denkmal und für die Werbeflächen des Museums. Am Fuß der Treppe ist Raum für Exponate des Museums. Die große Fläche zwischen Treppe und Straße bietet im Alltag ausreichend Platz für Stellplätze und kann für den Markt und Veranstaltungen frei gehalten werden. Die Straßengestaltung im Norden wird aufgegriffen und bis zum Marienplatz verlängert. Die Durchgängigkeit der Materialität erhöht den Bezug zur Innenstadt.

Der Franz-Stock-Platz wird behutsam auf Grundlage der geschützten Gestaltung restauriert. Die Flächen werden in ihrer heutigen Form erhalten, die Bodenbeläge ausgebessert und das Raster als Leitmotiv stärker herausgearbeitet. Die Bühne wird reaktiviert und zwei Sitzelemente erhöhen die Aufenthaltsqualität des Platzes. In der Sichtachse der Gutenbergstraße wird ein neuer Baum gepflanzt, der sich am denkmalgeschützten Bestand orientiert. Die großen Bestandsbäume bleiben erhalten und werden durch zeitgemäße und pflegeleichte Staudenpflanzungen ergänzt. Dabei werden zusätzlich Fluchtwege entlang der Fassaden geschaffen.

In der Gutenbergstraße berücksichtigt der ebenfalls sehr behutsame Umgang mit dem Bestand den Maßstab der engen Gasse. Die Einbauten werden entfernt, Staudenpflanzungen ersetzen die Baumpflanzungen in den Hochbeeten. Drei neue Sitzelemente ermöglichen den Aufenthalt in unmittelbarer Nähe der Geschäfte. Der Pflasterbelag wird ausgebessert.


Marienplatz © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Marienplatz © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Freiraumplanerische Schnitte © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen
Freiraumplanerische Schnitte © behet bondzio lin architekten und Planergruppe Oberhausen

Kontakt

Ihre Ansprechpartnerin

Ute Aufmkolk
Landschaftsarchitektin AKNW

aufmkolk@planergruppe-ob.de
0511-897 00 999