Zollverein Park

Der Zollverein Park – Ein Park entsteht

Freianlagen des UNESCO Welterbes Zollverein in Essen

Südlicher Gleisboulevard, Vorgarten der Kohlenwäsche © Thomas Mayer, 2014
Südlicher Gleisboulevard, Vorgarten der Kohlenwäsche © Thomas Mayer, 2014
Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008
Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008
© Claudia Dreyße, 2014
Moosgarten beim Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2014
Wiesen im Umfeld des Sanaa-Gebäudes © Claudia Dreyße, 2014
Wiesen im Umfeld des Sanaa-Gebäudes © Claudia Dreyße, 2014
Schaukeln am Mannschaftsgang © Claudia Dreyße, 2014
Schaukel am Mannschaftsgang © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014
Blick von der Treppe auf die Löschgleishalle © Claudia Dreyße, 2014
Blick von der Treppe auf die Löschgleishalle © Claudia Dreyße, 2014

Willkommen im Zollverein Park – Die Pavillons

Der Pavillon am Parkplatz A2 © Claudia Dreyße, 2014
Der Pavillon am Parkplatz A2 © Claudia Dreyße, 2014
Pförtnerinnen und Pförtner empfangen die Besucher im Zollverein Park © Claudia Dreyße, 2014
Pförtnerinnen und Pförtner empfangen die Besucher im Zollverein Park © Claudia Dreyße, 2014
Der Pavillon an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014
Der Pavillon an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014
Die Aussichtstreppe im Nordwesten © Claudia Dreyße, 2014

Der Gleisboulevard

Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008
Die Parkallee im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2008
Der Hain im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2013
Der Hain im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2013
Der lichte Birkenhain über dem linearen Muster der Gleiswege © Claudia Dreyße, 2013
Der lichte Birkenhain über dem linearen Muster der Gleiswege © Claudia Dreyße, 2013
Verwunschene Pfade im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2014
Verwunschene Pfade im Gleisboulevard © Claudia Dreyße, 2014
Selektiv gepflegte Vegetation im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2014
Selektiv gepflegte Vegetation im Gleisboulevard © Thomas Mayer, 2014
Der Platz im Gleisboulevard vor der Kulisse von Schacht XII © Thomas Mayer, 2006
Der Platz im Gleisboulevard vor der Kulisse von Schacht XII © Thomas Mayer, 2006

Die Ringpromenade

In der Abenddämmerung weist die Promenade den Weg © Claudia Dreyße, 2014
In der Abenddämmerung weist die Promenade den Weg © Claudia Dreyße, 2014
Die Ringpromenade bei Schacht XII © Claudia Dreyße, 2014
Die Ringpromenade bei Schacht XII © Claudia Dreyße, 2014
Die Ringpromenade bei Schacht 1/2/8 © Thomas Mayer, 2014
Die Ringpromenade bei Schacht 1/2/8 © Thomas Mayer, 2014
Ringpromenade im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2014
Ringpromenade im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2014
Auf der weißen Seite der Kokerei © Claudia Dreyße, 2018
Auf der weißen Seite der Kokerei © Claudia Dreyße, 2018
Wildblumenwiesen am Kammgebäude © Claudia Dreyße, 2018
Wildblumenwiesen am Kammgebäude © Claudia Dreyße, 2018
Wildblumenwiesen am Kammgebäude © Claudia Dreyße, 2018
Wildblumenwiesen am Kammgebäude © Claudia Dreyße, 2018
Auf der weißen Seite der Kokerei © Claudia Dreyße, 2018
Auf der weißen Seite der Kokerei © Claudia Dreyße, 2018
Das Denkmal ist immer präsent © Claudia Dreyße, 2014
Das Denkmal ist immer präsent © Claudia Dreyße, 2014
Die Ringpromenade nördlich der Kokerei © Claudia Dreyße, 2013
Die Ringpromenade nördlich der Kokerei © Claudia Dreyße, 2013

Der Skulpturenwald

Die vergessene Landschaft © Thomas Mayer, 2014
Die vergessene Landschaft © Thomas Mayer, 2014
Spaziergänger im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2013
Spaziergänger im Skulpturenwald © Claudia Dreyße, 2013
Blick aus dem Skulpturenwald zum Schacht XII © Claudia Dreyße, 2013
Blick aus dem Skulpturenwald zum Schacht XII © Claudia Dreyße, 2013

Brücke 4, Wiegeturm und Parkplatz C

Die neue Aussichtsplattform auf der Brücke 4 © Claudia Dreyße, 2014
Die neue Aussichtsplattform auf der Brücke 4 © Claudia Dreyße, 2014
Blick zum Portalkratzer © Claudia Dreyße, 2014
Blick zum Portalkratzer © Claudia Dreyße, 2014
Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014
Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014
Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014
Detail der einfachen Stahlkonstruktion © Claudia Dreyße, 2014
Das neu gestaltete Umfeld am Wiegeturm © Claudia Dreyße, 2014
Das neu gestaltete Umfeld am Wiegeturm © Claudia Dreyße, 2014
Mulden-Rigole zur Vorbehandlung des Oberflächenwassers © Claudia Dreyße, 2018
Mulden-Rigole zur Vorbehandlung des Oberflächenwassers © Claudia Dreyße, 2018
Ersatzgewässer für die Kreuzkröte © Claudia Dreyße, 2014
Ersatzgewässer für die Kreuzkröte © Claudia Dreyße, 2014

Das Umfeld der Mischanlage

Der neue Bolzplatz an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014
Der neue Bolzplatz an der Mischanlage © Claudia Dreyße, 2014
Großzügige Holzplateaus auf dem Löschgleis © Claudia Dreyße, 2014
Großzügige Holzplateaus auf dem Löschgleis © Claudia Dreyße, 2014
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Parkouranlage © Claudia Dreyße, 2018
Das grundsanierte Werksschwimmbad der Künstler Dirk Paschke und Daniel Milhonic © Claudia Dreyße, 2014
Das grundsanierte Werksschwimmbad der Künstler Dirk Paschke und Daniel Milhonic © Claudia Dreyße, 2014
Der grundsanierte Wasserspiegel vor der Koksofenbatterie © Claudia Dreyße, 2014
Der grundsanierte Wasserspiegel vor der Koksofenbatterie © Claudia Dreyße, 2014

Projekt: Zollverein Park – Freianlagen des UNESCO Welterbes Zollverein

Ort: Essen 

Bauherr: 2005 bis 2014 NRW.Urban GMBH, Dortmund treuhänderisch für die Stiftung Zollverein, Essen; seit 2015 Stiftung Zollverein, Essen

Landschaftsarchitekten: Planergruppe Oberhausen 

Weitere Planer im Team: Observatorium, Rotterdam (Kunst), F1rstdesign, Köln (Orientierungssystem), Licht Kunst Licht, Bonn (Beleuchtungskonzept) 

Planung: seit 2005

Realisierung: 1. Ba 2005 bis 2006; 2. Ba 2007 bis 2009; 3. Ba 2010 bis 2014; 4. Ba 2016 bis 2021 

Fläche: ca. 80 ha 

Geschichte: 1986 – Gutachten zur Umnutzung der Zechenstandorte Zollvereins im stadträumlichen Gesamtzusammenhang des Essener Nordens (Planergruppe); 1990er Jahre – Anpassung von Teilen der freiräumlichen Infrastruktur im Rahmen der Umnutzung und Sanierung (Planergruppe mit Böll Architekten); 1994 – Öffnung der Absetzbecken auf der Halde bei Schacht Xii, Skulpturenwald (Planergruppe mit Ulrich Rückriem); 2002 Masterplan Zollverein (Oma, Rem Koolhaas); 2003 Masterplan Industrielandschaft Zollverein (Agence Ter, Henri Bava); 2005 – Europaweites Vof-Verfahren zur Realisierung des Zollverein Parks, Gewinner Planergruppe Oberhausen mit Observatorium, F1rstdesign und Licht Kunst Licht 

Fotos: Thomas Mayer, Claudia Dreyße

Video: nln-productions, Nils Lasse Nowak

Besonderes: Finalist beim European Award for Architectural Heritage Intervention 2019; Auszeichnung beim European Prize for Urban Public Space 2018; nominiert für den Landezine International Landscape Award 2018; nominiert für den Husqvarna Förderwettbewerb 2017/ 2018 Erfolgreiche Grünkonzepte in Städten; Ausgezeichnet mit dem 2. Preis beim European Award for Ecological Gardening 2015 

Buch: Zollverein Park. Staub, Stille und Spektakel, März 2017, Verlag der Buchhandlung Walther König


Download Artikel „Zollverein Park – Ein Park entsteht“, erschienen auf planur-e.es, Herbst 2018

Download article „Zollverein Park – A park evolves“, published at planur-e.es, autumn 2018



Ausgangssituation
„Es gibt Landschaften, die hat man vergessen. Sie sind irgendwo liegengeblieben, niemand kümmert sich um sie. Zu finden sind sie überall; draußen auf dem Land und in den Städten. Es sind vergessene Niemandsländer. Das Leben der Tiere und Pflanzen bleibt hier eher im Verborgenen. „Normale Menschen“ sind selten anzutreffen; vielleicht ein paar Kinder und Jugendliche, die vom behüteten Zuhause Reißaus nehmen. Und ein paar, nennen wir sie „skurrile Insider“, die diese vergessenen Landschaften wie ungehobene Schätze betrachten.

Das Areal der Absetzbecken der ehemaligen Zeche Zollverein, der heutige „Skulpturenwald“, ist solch eine Landschaft: abseits, schwer erreichbar, eingemauert und mit Zäunen abgesichert. Für den „skurrilen Insider“ ist es ein Park, ein vielgestaltiger Freiraum im unmittelbaren Umfeld eines außergewöhnlichen Industriedenkmals. Ein Park mit lichten Wäldern, dunklen Gebüschen, Wasserflächen und offenen, weiten Räumen, die den Blick aus den baumbeschatteten Wegen freigeben.

Der Park ist im Laufe weniger Jahre inmitten von Zechen und Kokereien entstanden, fast von allein. Zugegeben: Baggerfahrer haben Kohleschlammbecken ausgebaggert, Böschungen wurden planiert und Halden aufgekippt; Rohrleitungen wurden verlegt, Stahlgittermasten montiert, Kühltürme errichtet und Schlote empor gemauert, Bahndämme geschüttet und Gleise verlegt. Landschaftsarchitekten mit ihren Gärtnerkolonnen waren nicht dabei. Trotzdem – oder deshalb? – ist alles so prächtig und auch so fremd.“

So war unsere Sicht auf den Zollverein Park 1994, als es den Zollverein Park noch gar nicht gab, als aber damit begonnen wurde, den Schatz zu heben. Der Park wurde zugänglich gemacht. Auf schmalen Wegen konnte man ihn nun erlaufen. Vertraute Elemente – Brücken, Treppen, Wege – führten jetzt zu einigen Skulpturen, erschlossen neue Landschaften. Ulrich Rückriem hat archaische Granitskulpturen in besonderen Situationen platziert. Hinweise auf besonders spannungsreiche Landschaftsbilder. Das Niemandsland durfte betreten werden, seine Besucher machten es zum Park.

In der Folge dieser ersten Intervention nahm das Areal der Zeche und Kokerei Zollverein eine rasante Entwicklung. Hallen wurden saniert, neues Leben zog ein, Masterpläne wurden erstellt, Ideen entwickelt, Gelder bereitgestellt. Zollverein wurde Welterbe und Symbol für den Strukturwandel im Ruhrgebiet.

Konzept
Das Konzept, mit dem wir 2005 in den Realisierungswettbewerb für den Zollverein Park gingen, verknüpft diese zwei Sichtweisen auf den Park: die vorsichtige Akzentuierung der vorhandenen Eigenheiten und Qualitäten einer vergessenen Landschaft und die notwendige Bereitstellung neuer, vielgestaltiger und robuster Infrastrukturen für neue Aktivitäten auf Zollverein.

Grundsätze
Unser Umgang mit Zollverein basiert auf einigen Grundsätzen: Betonung des architektonischen Ensembles, Zurückhaltung in der Landschaftsarchitektur, Reduzierung der Elemente und Materialien, Respekt vor dem Bestehenden, Bewahrung des industriellen Ursprungs, Aneignung des Raumes durch die Besucher, Sichtbar- und Erlebbarmachung der Transformation vom hermetisch abgeriegelten Industrieareal zum öffentlichen touristischen Highlight.

Der Zollverein Park, der sich auf industriell geprägtem Terrain entwickelt hat und der durch behutsames Hinzufügen und Ordnen seinen Ursprung nicht verleugnet, erhält sein Alleinstellungsmerkmal durch das kontrastreiche Spiel zwischen den klaren, einfachen Formen und Strukturen der Industriearchitektur und der Vielfalt der spontanen Vegetation. Die Form und das äußere Erscheinungsbild des Parks wird durch eine planvolle und kontinuierliche Pflege entwickelt.

Zukunft des Parks
Das langfristig angelegte Konzept der Entwicklung durch Pflege geht einher mit der schrittweisen Realisierung der Bausteine des Parks. So entsteht über einen vergleichsweise langen Zeitraum ein Park, der aus der verbotenen Zone einen aneignungsbereiten Ort formuliert. Es geht nicht darum, eine museale Industrielandschaft festzuschreiben, das Konzept komponiert einen Landschaftsraum aus den bereits vorhandenen Elementen, bezieht dabei die historischen und aktuellen Entwicklungen und Zeichen bewusst und glaubwürdig ein und bietet für zukünftige Entwicklungen und Nutzungen eine Oberfläche und einen Raum. Diese sind vielschichtig interpretierbar und bieten eine pragmatische Dysfunktionalität.


Gesamtplan Zollverein Park/ UNESCO Welterbe Zollverein © Planergruppe, 2019
Gesamtplan Zollverein Park/ UNESCO Welterbe Zollverein © Planergruppe, 2019

Kontakt

Ihr Ansprechpartner

Sascha Wienecke
Architekt AKNW

wienecke@planergruppe-ob.de
0201-747 179 25